Naturheilpraxis René Gräber - Headgrafik
 

Diagnose


Wer als Patient zum Arzt oder Heilpraktiker geht, erwartet meist eine schnelle und umfassende Hilfe für sein gesundheitliches Problem.

Den folgenden Beitrag auf dieser Webseite hatte ich einmal für interessierte Patienten verfasst, damit diese nachvollziehen können, wie wichtig die Schilderungen der Krankheitssymptome während der Anamnese (der Befragung des Patienten durch den Arzt oder Heilpraktiker) sind. Denn nur wenn der Patient seinen Therapeuten umfassend über seinen Zustand informiert, kann dieser die richtige Diagnose stellen und eine passende Heilbehandlung empfehlen.

Hier muss ich auch gleich die erste Anmerkung einschieben: Die "passende Heilbehandlung" ist natürlich sehr relativ. Ein klassisch arbeitender Internist wird Ihnen vor allem apothekenpflichtige oder rezeptpflichtige Medikamente verordnen. Ein klassischer Homöopath wird Ihnen natürlich Homöopathie empfehlen und ein Akupunkteur (siehe ahnen es schon), Akupunktur.

Zurück zur Diagnose: Natürlich wird ein guter Therapeut seine eigenen Beobachtungen machen und daraus (auch ohne "Labor" und bildgebende Verfahren), seine Schlussfolgerungen ziehen. Der Therapeut sollte aus dem Gespräch mit dem Patienten und seinen eigenen Wahrnehmungen in der Lage sein, die hervorstechenden Hauptsymptome so zu erfassen, dass er eine zutreffende Diagnose stellen kann.

Weitere Untersuchungen, die die Diagnose stützen, können anschließend angeordnet werden. Diese "weiteren" Untersuchungen sind jedoch in einer Mehrzahl der auftretenden Krankheitsfälle gar nicht notwendig. Wenn Sie möchten, lesen Sie hierzu auch meine Beiträge: Immer mehr falsche Diagnosen oder Röntgenologische Fehldiagnosen in der Notaufnahme.

Heute wird in den Arztpraxen oft ein großer technischer Aufwand für die Diagnose betrieben und der Patient wird von Facharzt zu Facharzt überwiesen. Mitunter folgt trotz der ganzen Odyssee keine zufriedenstellende Therapie.

Die Fähigkeit, die Kardinalsymptome bei jedem einzelnen Patienten zu erkennen und aus diesen Feststellungen entsprechende individuelle therapeutische Maßnahmen abzuleiten und dem Kranken anzubieten, ist bei der heutigen Schulmedizin leider oft unterentwickelt - weniger aus Wissen oder Können, sondern wegen mangelnder Zeit. Europaweit werden die Patienten in Deutschland, mit am schnellsten, wieder aus dem Sprechzimmer befördert.

Für Heilpraktiker und andere alternativmedizinische Therapeuten, ist die individuelle Herangehensweise (an den tatsächlichen Zustand des Patienten), die erste Wahl. Sie nutzen ihre Beobachtungsgabe und setzen für das Diagnostizieren ihre fünf Sinne ein. Natürlich spielt die Erfahrung bei guten Diagnostikern eine große Rolle. Wichtig ist jedoch in erster Linie, dass auch alltägliche und banale Symptome ernst genommen werden und ein profundes Wissen über die Vielzahl von möglichen Erkrankungen und deren Verlauf, bzw. die Prognose vorhanden ist.

Der erste Augenschein

Viele Patienten verraten bereits beim Betreten des Sprechzimmers viel über ihr Leiden, ohne das ein Wort gesprochen wurde. Die Haltung, eventuelles Humpeln oder unsicheres Gehen, weist auf Probleme und Schmerzen des Bewegungsapparates, der Gefäße oder des Nervensystems hin. Das können Erkrankungen der Venen in den Unterschenkeln, eine Reizung des Ischiasnervs oder Folgen einer chronischen Entzündung sein.

Auch wenn der Patient einen bestimmten Geruch ausströmt, kann der Diagnostiker bereits seine Schlussfolgerungen daraus ziehen. An einen entgleisten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus), muss gedacht werden, wenn die ausgeatmete Luft des Patienten einen starken Geruch nach Obst oder Aceton ausströmt. Auch bei einer schweren Lebezirrhose strömt der Patient einen typischen Geruch aus. Blaue Lippen deuten auf eine starke Unterversorgung mit Sauerstoff hin. Hier ist in erster Linie an Herz- oder Lungenerkrankungen zu denken. Ist das Weiße im Auge bei Patienten gelblich, könnte eine Entzündung der Leber die Ursache sein. Geschwollene Augenlider weisen auf eine Nierenproblematik hin. Knöchelödeme oder sogenannte Trommelschlegelfinger sind meist Folge einer eingeschränkten Leistung des Herzens. Der Zustand der Haut zeigt oft allergische Reaktionen, Neurodermitis oder eine Besiedlung mit Pilzen. Die Fingernägel verändern sich bei einem Mangel im Mineralstoffhaushalt krankhaft und sind zum Beispiel brüchig.

Die Anamnese

Im Gespräch sollte der Patient Auskunft geben zu allen Medikamente, die er regelmäßig einnimmt. Ich fordere meine Patienten immer auf, alle Packungsbeilagen der Medikamente mitzubringen, sowie den Einnahmeplan dazu. Denn häufig sind viele unspezifische Symptome und Störungen des allgemeinen Wohlbefindens Folgen von der Einnahme von Arzneimitteln. Gerade über diese Problematik habe ich schon oft genug geschrieben - unter anderem hier: www.yamedo.de/blog/category/medikamente/

Andererseits können die Symptome auch durch eine unpassende Einstellung der Medikamente hervorgerufen werden. Wer als Diabetiker trotz Tabletteneinnahme oder dem Spritzen von Insulin an starkem Durst oder quälendem Hautjucken leidet, benötigt unbedingt eine Überprüfung seiner Medikamentierung.

Der häufig beklagte "schlechte Schlaf", sollte im Gespräch näher hinterfragt werden. Oft sind die Erwartungen an den Schlaf und seine Dauer von Seiten des Patienten überhöht. Keinesfalls sind Beruhigungs- oder gar Schlafmittel die Lösung für das Problem. Ein engagierter Therapeut sollte sich Zeit nehmen, um den wahren Grund für eine eventuell vorliegende krankhafte Schlaflosigkeit zu ergründen. Oft müssen die Betroffenen motiviert werden, die Zeit des Wachseins anregend und sinnvoll zu nutzen. Weil Schlafprobleme stark verbreitet sind, habe ich hierzu auf einer eigenen Internetseite mehr geschrieben: www.besser-gesund-schlafen.com. Unruhezustände und schlechter Schlaf, können übrigens auch von einer Dysfunktion der Schilddrüse herrühren.

Kopfschmerzen

Regelmäßige Kopfschmerzattacken müssen genau hinterfragt werden. Oft werden sie nicht nur durch eine einzige Ursache ausgelöst. Ein Heilpraktiker oder ein engagierter Arzt wird die Schmerzregionen, die Dauer und die Begleitumstände des Auftretens der Schmerzen genau erforschen. Treten die Schmerzen bevorzugt im Bereich der Stirn auf, können sie durch Augenprobleme oder Entzündungen in den Nebenhöhlen ausgelöst werden. Schlecht ausgeglichene Fehlsichtigkeit führt schnell zu Überanstrengung der Augen und zu Kopfschmerzen. Schmerzen im hinteren Bereich des Kopfes deuten auf Ursachen hin, die in der oberen Wirbelsäule oder der Halswirbelsäule zu suchen sind. Auch beruflich bedingte Belastungen durch überwiegend sitzende Tätigkeit können bei häufig auftretenden Kopfschmerzen eine Rolle spielen.

Erkrankungen des Atemsystems

Husten und Kurzatmigkeit muss nicht immer eine Infektion der Atemwege zugrunde liegen. Häufig ist für diese Symptome eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit des rechten Herzens verantwortlich. Dadurch wird das Blut der Venen nicht schnell genug in der Lunge mit Sauerstoff angereichert, um dann über das Linksherz wieder zu jeder einzelnen Körperzelle zu gelangen und sie mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Aus den Blutgefäßen tritt Flüssigkeit ins Lungengewebe über und verursacht die Beschwerden. Bei stark ausgeprägter Insuffizienz des Herzens kann der Patient nachts nicht mehr flach liegen. Er benötigt viele Kissen im Rücken, um dann im Sitzen Schlaf zu finden.

Ist bei einem Patienten ein gut hörbares Giemen und Pfeifen wahrnehmbar, handelt es sich um die Verkrampfung der Muskulatur in den Bronchien und die Verlegung der Atemwege mit klebrigem Schleim. Diese Symptome sind typisch für asthmatische Erkrankungen, die so behandelt werden müssen, dass Anfälle vermieden werden. Jeder Asthmaanfall überlastet die Lunge und zerstört einen Teil der kleinen Lungenbläschen. Unbehandelt führt die Erkrankung zu sich ausbreitendem funktionslosen Lungengewebe. Bereits am Schleim als Auswurf aus den Atemwegen kann der Diagnostiker die Ursache der Erkrankung eingrenzen. Gelblicher und grüner Auswurf zeigt eine bakterielle Infektion an. Durchsichtiger Schleim ist eher Viren zuzuordnen. Der Auswurf des Asthmatikers ist zäh und glasig. Er klebt in den Bronchien regelrecht fest. Ist der Schleim braun, muss eine Blutung in den Atemwegen vermutet werden.

Der Verdauungsapparat

Erstaunlich viele Patienten leiden an Völlegefühl und Blähungen. Dies werden häufig verursacht durch die mangelnde Sekretion der Enzyme, die für eine vollständige und unproblematische Verdauung notwendig sind. Ist der Stuhl nicht dunkel gefärbt, deutet dies auf eine eingeschränkte Produktion von Gallenflüssigkeit hin. Abneigung gegen Fett und Unverträglichkeiten lassen an eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse denken, die die zur Fettaufspaltung wichtigen Enzyme liefert. Aufgelagertes Blut auf dem Stuhl stammt in den meisten Fällen von Hämorrhoiden. Bei Schmerzen kann das sorgfältige Abtasten des Bauchraumes die Ursache eingrenzen.

Der Nieren- und Harntrakt

Das Symptom Schmerzen beim Wasserlassen, die Farbe und der Geruch des Urins, Klopfschmerz im Nierenlager und die Häufigkeit des Wasserlassens sind wesentliche Kriterien, um Erkrankungen des Harntraktes zu diagnostizieren. Steigt die Frequenz des Harndranges in der Nacht merkbar an, deutet dies auf eine Schwäche des Herzmuskels hin. Wenn im Liegen das Herz nicht mehr gegen die Schwerkraft anpumpen muss, fällt dem Organismus die Entwässerung des Körpers leichter. Mit Teststreifen können Entzündungen oder Blut im Urin festgestellt werden.

Erkrankungen des Bewegungsapparates

Bei der Anamnese von Erkrankungen des Bewegungsapparates sollte darauf geachtet werden, ob sich die Schmerzen bei Bewegung ändern. Sie können sich verbessern oder verschlechtern. Wenn keine Veränderung unter Belastung auftritt, können die Schmerzen auch von Fehlfunktionen innerer Organe ausgelöst werden. Typisch wären beispielsweise dumpfe Rückenschmerzen, die weit innen im Körper empfunden werden. Mögliche Ursachen dafür können eine Entzündung oder eine Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse sein. Auch bei plötzlichen Schmerzen in der linken Schulter, sollte immer auch an das Herz und Angina Pectoris gedacht werden. Natürlich gelten Arthrosen und andere rheumatische Erkrankungen der Gelenke als häufigste Auslöser für Schmerzen im Bewegungsapparat. Aber gerade im Bereich der Schmerztherapie hat sich in den letzten Jahren erstaunliches getan. Mehr zu diesem spezifischen Thema, finden Sie unter: www.schmerztherapiezentrum.com